Epilepsie LapphundEpilepsie - Teil I

Gewitter im Kopf

Was ist eine "Aura" und was geht dabei vor sich?

Auren sind eine Art Vorboten von Ereignissen, die bei sowohl Menschen als auch Hunden vor einem Anfall oder einer anderen Art von körperlicher oder geistiger Veränderung auftreten können. Der Begriff "Aura" stammt aus dem Griechischen und bedeutet eigentlich "Hauch". Es handelt sich hierbei um eine Art von Wahrnehmungseindrücken, die direkt vor dem Eintreten eines Anfalls zu beobachten sind. In diesem Text werden wir uns mit der Aura beschäftigen, wie sie von Menschen wahrgenommen wird.

Auren beziehen sich auf die Wahrnehmungsveränderungen und sind Ausdruck einer begrenzten Entladungsstörung im Gehirn und können das erste Anzeichen eines epileptischen Anfalls sein, die unmittelbar vor einem Anfall auftreten. Der Begriff stammt von einem griechischen Patienten, der versuchte, das, was bei ihm am Anfang eines Anfalls "aufstieg", mit einem Hauch zu beschreiben. Seitdem werden alle Anzeichen eines bevorstehenden Anfalls als Aura bezeichnet. Auren können auch isoliert bleiben und stellen dann einen begrenzten epileptischen Anfall dar, der nur von dem Betroffenen wahrgenommen wird. Es gibt verschiedene Formen von Auren, die mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen können, wie z.B. Veränderungen im vegetativ-autonomen Bereich, Sinnesempfindungen oder Veränderungen des psychischen Erlebens. In der Regel behält jeder Patient seine eigene Aura bei. Die Aura gibt nach den Worten des englischen Neurologen Jackson einen Hinweis auf den Ursprung der Entladungsstörung im Gehirn. Deshalb wird bei jeder Form der Aura der vermutete Ursprung im Gehirn angegeben.

Epigastrischen Auren - ist die am häufigsten beschriebene Aura, die aus seltsamen, schwer zu beschreibenden Gefühlen bestehen, die von unten, etwa aus dem Bauchraum, aufsteigen und sich bis zum Hals und Kopf ausbreiten können, bevor eine Bewusstseinsstörung eintritt. Man vermutet Lokalisation der zugrunde liegenden Entladungen in der sogenannten Inselregion des Gehirns.

Olfaktorischen Aurena - treten Geruchshalluzinationen auf, spricht man von olfaktorischen Auren.
Gustatorische Auren - Treten - meist unangenehme - Geschmackshalluzinationen auf, spricht man von gustatorischen Auren.
Beide Formen epileptischer Halluzinationen sind selten und gehen auf die Aktivierung von Zentren in der Tiefe des Temporallappens zurück.

Die epigastrischen, olfaktorischen und gustatorischen Empfindungen gehen oft mit traumartigen (sog. Dreamy states), die oft von dem Gefühl begleitet werden, die aktuelle Situation die aktuelle Situation schon einmal gesehen oder erlebt zu haben (sog. Déjà vu, Déjà vécu). Seltener sind Zustände, in denen der Eindruck entsteht, eine durchaus vertraute Situation noch nie gesehen oder erlebt zu haben (sog. Jamais vu, Jamais vécu).

Somatosensible Aurena - bezeichnet man Kribbelgefühle, die von einem umschriebenen Körperteil, meist einer Hand oder einer Gesichtshälfte, seltener einem Fuß, ausgehen. Hand oder einer Gesichtsseite, seltener einem Fuß, ausgehen und sich von dort über eine Körperseite ausbreiten. Sie sind Ausdruck von Entladungsstörungen der kontralateralen (gegenseitigen) Zentralregion.

Visuelle Auren bestehen entweder aus einfachen optischen Erscheinungen wie hellen oder dunklen, selten blinkenden Punkten oder Mustern. Helle oder dunkle, selten blinkende Punkte oder Muster, die auf einer Seite des Gesichtsfeldes erscheinen und zur Mitte wandern. Sie sind Ausdruck einer epileptischen Aktivierung in der kontralateralen Okzipitalregion. Komplexe visuelle Szenen weisen auf eine Beteiligung des Temporallappens hin.

Auditive Auren, sind sehr selten und bestehen aus einfachen Tönen und Geräuschen, die auf Entladungen in der reziproken Hörwindung des Temporallappens hinweisen. Komplexe auditive wie das Hören von Stimmen oder Melodien, deuten auf eine Beteiligung des medialen Schläfenlappens hin.

Alle Auren, besonders aber die epigastrischen, können von einem Gefühl der Beklemmung begleitet sein begleitet sein, das sich bis zur Angst steigern kann. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Auren für den Betroffenen etwas Anziehendes, sehr Persönliches und Rätselhaftes, das zum Grübeln anregt und manchmal auch Glücksgefühle hervorruft.

 

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